Auf der Suche nach der optimalen Destination für unseren Püppi/Papa-Urlaub fiel die Wahl heuer auf Graz. Aus mehreren Gründen: Die Anfahrt aus Wien dauert nicht allzu lang, Graz bietet kurze Wege und gute öffentliche Verbindungen und vor allem: Die steirische Landeshauptstadt hat für Kinder echt viel zu bieten.
#Rund um den Schlossberg
Der grüne Berg mitten in der Stadt beheimatet nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, den Grazer Uhrturm, sondern auch abwechslungsreiche Erlebnisse für Kinder jeden Alters. Das beginnt schon mit der Schlossbergbahn. Die modernisierte Standseilbahn, die alle 15 Minuten die 60-prozentige Steigung zwischen Talstation und Gipfel überwindet, bietet dank ihres Glasdachs einen tollen Ausblick über die Stadt. Die Fahrt ist in den Grazer Öffi-Tickets inkludiert.
Oben angekommen erwarten die Besucher:innen neben allen möglichen Gastrobetrieben – VON DER Jausenstation bis zum Haubenrestaurant – insbesondere die Schlossbergrutsche „The Slide“ sowie das „The Flight Graz“-4D-Kino. Für die mit 64 Metern Höhe höchste Indoor-Rutsche der Welt ist Püppi zwar noch zu klein, aber das 10-minütige Kinoerlebnis (für Kids ab drei Jahren) hat ihr dafür umso mehr getaugt. Wir mussten den Fliegenflug durch die Grazer Innenstadt gleich zwei Mal absolvieren.
Nach einer ausführlichen Suche nach wilden Erdbeeren, die hier massenhaft auf den Wiesen und am Waldrand gedeihen, führte uns der modernen Schlossberglift schließlich zur Grazer Märchenbahn im Inneren des Berges (die historische Treppe hätte dasselbe getan). In ehemaligen Luftschutzstollen tuckert die Schmalspurbahn etwa eine halbe Stunde lang gemächlich durch 22 märchenhafte Stationen. An zehn davon hält sie an, damit junge und jung gebliebene Fahrgäste mit Taschenlampen die fantasievollen Welten näher betrachten können. Action pur ist das eher nicht, aber unsere knapp 5-Jährige fand’s aufregend. (Hier empfiehlt sich übrigens warmes Gewand, denn im Inneren des Schlossberges beträgt die Temperatur zwischen 8 und 12 Grad Celsius.)
Für eine kleine Verschnaufpause danach können wir das Cafe auf der Murinsel empfehlen (Montag Ruhetag). Im futuristischen Ambiente mitten auf der Mur haben wir bei Kakao und Maracuja-Schoko-Torte einen Zwischenstopp eingelegt. Püppi fand außerdem die komplett verspiegelten Klos zum Schreien komisch.
Und für Romantiker:innen empfiehlt sich außerdem ein kurzer Abstecher zur Erzherzog-Johann-Brücke direkt vor dem Grazer Kunsthaus. Hier haben wir wie Tausende andere Love-Locks-Fans im Souvenirshop vor Ort ein Vorhängeschloss gekauft, es signiert und es am Brückengeländer befestigt. Cooler geht’s fast nicht, fand Püppi.
#Spielen, forschen & entdecken
Informativ und kurzweilig ist das Programm im Frida&FreD-Kindermuseum mit wechselndem Programm. Als wir Ende Mai dort waren, standen gerade die Mitmachausstellung „Seifenblasen-Träume“ (von 3 bis 7 Jahren) und die interaktive Zeitreise „Damals 1410“ (ab 8 Jahren) auf dem Programm. Ausgestattet mit vor Ort ausleihbarem Schutzmantel und Gummistiefeln konnte Püppi verschiedenste Riesenseifenblasen formen und diverse mittelalterliche Spielstationen, die Kreativität und handwerkliches Geschick erforderten, absolvieren. Für eine Ausstellung im KNOPFtheater fehlte uns leider die Zeit.
Sehr gefallen haben uns auch die Musikerlebnis-Stationen und das Mitmach-Tanztheater „Melodia“ im Salon Stolz. Auf den Spuren des in Graz geborenen Komponisten Robert Stolz übte sich Püppi mittels VR-Brille etwa als Orchesterdirigentin, im musikalischen Memory oder sogar als Komponistin. Unsere Meinung: Sehr lässig!
#Highlights außerhalb des Zentrums
Tolle Kinderbackkurse bietet die Bäckerei Sorger in der Waltendorfer Hauptstraße 32a. Im Zuge des etwa eineinhalbstündigen Kurses können die Teilnehmer:innen, mit frischem Briocheteig Igel, Schmetterlinge, Schweinchen und andere entzückende Motive formen, Dino-Kekse ausstechen, mehr über den Weg vom Korn zum Brot erfahren und sich zwischendurch mit Butterbroten und Briochegebäck stärken. Die selbst gemachten Kreationen werden vor Ort gebacken und dürfen im Anschluss mit nach Hause genommen werden.
Ein Abendessen mit Erlebnisfaktor und tollem Ausblick haben wir im Novapark-Flugzeugrestaurant im Norden der Stadt genossen. Im Inneren einer Iljuschin IL 62, die in 22 Metern Höhe neben einer Boeing 727-200 auf dem Dach des Novapark-Hotels thront, werden bodenständige Gerichte und Kindermenüs serviert. Außerdem dürfen die Gäste in den Cockpits der beiden Maschinen nach Herzenslust an den Knöpfen und Reglern herumspielen. Püppi fand beides super: Spaghetti und „Sturzflug einlegen“.
Ein Mal pro Stunde fährt vom Jakominiplatz der Regionalbus der Linie 250 etwa 45 Minuten zur Seilbahnstation in St. Radegund. Der Luftkurort am Fuße des Schöckl Ausgangspunkt für Wander- und Mountainbike-Fans – sowie für alle, die wie wir zum Hexenexpress auf den Grazer Hausberg wollen. Die 1.000 Meter lange Sommerrodelbahn direkt bei der Bergstation in 1.443 Meter Höhe hat Püppi zwar ein kleines bisschen Überwindung gekostet. Aber aus dem anfänglichen „Ich trau mich nicht“ wurde bis zur zweiten Runde ein ausgelassenes „Schneller, Papa!“ Acht Mal sind wir die kinderfreundliche Strecke mit sieben Kurven und zwei „Jumps“ letztlich runtergedüst. Bei herrlichem Ausblick über die Region gestärkt haben wir uns im direkt an den Hexenexpress angrenzenden Stubenberghaus. Püppi empfiehlt die Frittatensuppe, Papa den Apfelstrudel.
#Beim nächsten Mal
Graz hält für Familien mit Kindern tatsächlich so viele Angebote bereit, dass wir in drei Tagen nicht einmal annähernd alles geschafft haben. Zum Teil auch, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. So haben wir etwa den Badespaß im Freibad der Auster, die beschauliche Floßfahrt auf der Mur, den Streichelzoo beim Schloss Lustbühel oder die Indoor-Spielwelt Happy Kids aufs nächste Mal verschoben.
#Anfahrt & Transfers
Die ÖBB fahren Graz von Wien mehrmals täglich an, mit der Sparschiene sogar ab 9,90 Euro. In Graz raten Püppi und Papa zur GrazMobil-App, die den Kauf von Tages- und Wochentickets für die Öffis doch sehr erleichtert. Mit Straßenbahnen und Bussen kommt man in der steirischen Landeshauptstadt leicht fast überall hin.
#Unser Resümee
Graz ist schick und lässig, grün, sauber, sicher, nicht zu groß und nicht zu klein, öffentlich gut erschlossen und alles in allem nicht so teuer. Man kann hier gut essen, schick ausgehen und super viel mit Kinder erleben. Püppi und Papa befinden: Graz ist super – und wird uns wiedersehen!
Hier auch ein paar Buch-Tipps für jedes Alter, als Einstimmung auf einen Graz-Trip:

Graz entdecken für Kinder
Inge Friedl kennt ihre Stadt bis ins kleinste Gässchen. In fünf außergewöhnlichen und abwechslungsreichen Touren erweckt sie die Geschichte von Graz zu neuem Leben. Durch Suchspiele und Rätsel erforschen die jungen LeserInnen gemeinsam mit ihr die Altstadt, spazieren entlang der Mur und erklimmen den Schloßberg. Ein einmaliger Stadtführer für die ganze Familie!

111 Orte für Kinder in Graz
Graz ist die zweitgrößte Stadt Österreichs. Dieses Buch führt kleine Entdecker auf eine spannende Entdeckungsreise quer durch Graz. Hin zu 111 Orten, die Kinder verzaubern und auch Eltern zum Staunen bringen.

Graz wimmelt
In Graz geht es drunter und drüber, zwischen Dom, Schlossberg, Herzogshof und Franziskanerkirche ist richtig was los. Toller Wimmelspaß für die ganze Familie ist bei diesem Bilderbuch, das das quirlige Leben um den Hauptplatz und die schönsten Orte der Stadt zeigt, garantiert. Dieses liebevoll gezeichnete Buch macht Lust darauf, die Hauptstadt der Steiermark neu zu entdecken.

Graz Malbuch: Kleine Entdecker malen Graz
Dieses Malbuch nimmt die Kleinsten mit auf eine besondere Reise voller kleiner Überraschungen und kreativer Abenteuer. Seite für Seite können sie ihre Fantasie entfalten und die Bilder ganz nach den eigenen Ideen gestalten.
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