Krieg in der Ukraine: Wie spricht man mit Kindern darüber?

Die Bilder, die uns aus der Ukraine erreichen, schockieren. Auch Kinder bekommen mit, was da gerade passiert. Wie sollten Eltern damit umgehen? Wie kann man mit Kindern über Krieg sprechen? Psychologin Bianca Maly gibt Tipps, wie Eltern informieren und dabei Ängste auffangen können.

Was kriegen Kinder von den Ereignissen in der Ukraine mit und wie belastend ist das für sie?

Wie viel Kinder von den Ereignissen mitbekommen und wie weit sie diese belasten ist sehr individuell und vor allem abhängig vom Alter und dem Charakter der Kinder. Eine pauschale Antwort gibt es hier einfach nicht.

Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn ihre Kinder Angst vor einem Krieg haben?

Wichtig ist es vor allem, die Ängste und Gefühle der Kinder ernst zu nehmen und nicht hinunter zu spielen. Ein „du musst keine Angst haben“ kommt einem als Eltern vielleicht schnell über die Lippen, ist aber wenig hilfreich. Eltern sollten den Kindern zuhören und ihre Ängste ernst nehmen. Kindgerecht darüber sprechen und Sicherheit vermitteln.

Wann sollten Eltern mit ihren Kindern über Krieg sprechen?

Mit jungen Kindern, die mit dem Thema nicht in Berührung kommen, muss gar nicht über Krieg gesprochen werden. Je älter das Kind ist, desto eher wird es Thema sein. Wichtig dabei ist es, das Kind dort abzuholen wo es steht, etwa durch Fragen, wie beispielsweise: „Was hast du schon gehört“, „Hast du Fragen?“, „Möchtest du mit mir darüber sprechen? – Ich bin für dich da“. Hier kann man dann auf konkrete Fragen antworten, muss aber nicht vorgreifen.

Bei Kindern im Alter ab 10 bis 12 Jahren, sollte man hingegen aktiv das Gespräch mit dem Kind suchen und fragen, was es schon mitbekommen hat, ob es Fragen dazu hat, über irgendetwas sprechen möchte und wie es ihm / ihr geht.

Was hilft Kindern, um mit dem Thema Krieg umzugehen?

Es gibt auch Bücher, die das Thema aufgreifen. Etwa: „Wie ist es, wenn es Krieg gibt?„. Diese Bücher kann man mit etwa 5 bis 7 Jahren gut nutzen, um sich mit dem Thema Krieg auseinanderzusetzen.

Ansonsten ist es wichtig, bei Fragen dazu, das Thema Krieg mit kindgerechten Worten zu erklären. Etwa: Wenn sich zwei oder mehr Länder nicht mehr nur mit Worten streiten, sondern auch Waffen einsetzen, (um den anderen ihre Meinung aufzuzwingen). Es werden Soldaten ausgesendet, um Gegeneinander zu kämpfen.

Eine Frage könnte etwa auch sein: „Was passiert bei Krieg?“. Eine mögliche Antwort: „Es werden viele Dinge kaputt gemacht, wie Häuser und Straßen. Menschen leiden.
Es gibt dann auch viele Menschen, die vor dem Krieg flüchten in sichere Orte wie zum Beispiel in unser Land, damit ihnen nichts passiert.

Eine weitere mögliche Frage: „Sterben Menschen?“. Eine mögliche Antwort hierzu: „Ja leider sterben bei Krieg auch Menschen. Es gibt aber auch viele Ärzte/Innen und Menschen, die sich gut um Verletzte kümmern.“

Was, wenn die Kinder fragen, kommt der Krieg jetzt auch zu uns?

Hier ist es vor allem wichtig Sicherheit zu vermitteln, sodass die Kinder keine Angst bekommen. Ein Beispiel: „Der Krieg ist weit weg von uns und unser Land. Hier ist es ganz sicher. Hier bist du in Sicherheit und ich passe immer gut auf dich auf!“.

Müssen alle Fragen beantwortet werden?

Fragen sollten dann beantwortet werden, wenn danach gefragt wird. Auch das gibt den Kindern Sicherheit und vor allem auch die Gewissheit, dass die Eltern immer für sie / ihn da sind.

Bringt es etwas, Kinder von den Nachrichten fernzuhalten?

Wichtig ist aktuell, dass man als Elternteil Nachrichten nur in Abwesenheit von Kindern unter etwa 12 Jahren (individuelle Abschätzungen möglich) konsumiert. Mit jüngeren Kindern kann man spezielle Kindernachrichten gemeinsam ansehen bzw. anhören – etwa zdf Logo – und bei Fragen nachbesprechen.

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